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Diabetes – Vorsorge und Behandlung

Was ist Diabetes?

Unter Diabetes mellitus bezeichnet man eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen. Übersetzt heisst dieses „honigsüßer Durchfluss“, welcher das ursprüngliche Hauptsymptom bezeichnet: Ausscheidung von Zucker im Urin. Am Auge führt der Diabetes mellitus nach Jahren zu verschiedenen Komplikationen, die bis zur Erblindung führen können. Die wichtigsten sind:

Diabetische Netzhauterkrankung

Diese häufige Komplikation führt zu Veränderungen in der Netzhaut, welche meistens mit einer  Laserbehandlung beherrscht werden kann. Selten muss ein Patient operativ an ein Krankenhaus oder an eine Universitätsaugenklinik überwiesen werden.

Diabetische Makulopathie

Hierbei kommt es zu einer Beeinträchtigung der Netzhautmitte (Makula). Es kommt zu einer Sehverschlechterung. Wenn diese nicht durch eine Durchblutungsstörung verursacht wird, kann der  Augenarzt diese lasern und den weiteren Verfall zumindest aufhalten. Bei einigen Patienten kommt es auch zu einer Verbesserung.

Diabetische Katarakt

Diese Komplikation führt zur Blendungsempfindlichkeit und Sehverschlechterung und lässt sich in der Regel gut durch eine  Katarakt-Operation behandeln.

Diabetisches Glaukom

Diese in der Praxis seltene, aber ernsthafte Komplikation führt zu einer Augeninnendrucksteigerung, welche oft nur operativ beherrscht werden kann. Meist führt eine fortgeschrittene diabetische Netzhauterkrankung (s.o.) zu dieser Komplikation.

Wie häufig tritt Diabetes auf?

In Deutschland leben nach aktuellen Schätzungen mindestens 9,3 Millionen Menschen mit einem Typ-2-Diabetes; hinzu kommen rund 375.000 Menschen mit Typ-1-Diabetes. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen helfen, diabetesbedingte Netzhautveränderungen frühzeitig zu erkennen.

Woran erkenne ich diabetische Erkrankungen am Auge?

Lange Zeit bemerkt der Diabetiker nichts, obwohl für den Augenarzt schon deutliche Veränderungen zu finden sind. Bitte teilen Sie uns deshalb mit, ob und seit wann Sie an Diabetes erkrankt sind. In den Spätphasen kommt es zu einer Sehverschlechterung, die dann auch vom Patienten bemerkt wird.

Mit diesem Simulator können Sie sehen, wie sich die Diabetes auf Ihr Sehen auswirkt
 www.pro-retina.de/simulation/diabetische-retinopathie

Quellen

DDG/diabetesDE: Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2026, Kapitel Epidemiologie. Link: www.ddg.info/fileadmin/user_upload/Deutscher_Gesundheitsbericht_2026_final.pdf

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wir können mit Standarduntersuchungen fast alle o.g. Augenkomplikationen erkennen. Für die diabetische Retinopathie ist jedoch in der Regel eine medikamentöse Pupillenweitstellung und Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) notwendig. Nach der Untersuchung ist der Patient oft etwas geblendet und darf kein Fahrzeug führen bzw. kann nicht seiner geregelten Arbeit nachgehen, da bei jüngeren Patienten das Nahsehen ebenfalls beeinträchtigt ist.

In einigen Fällen ist eine sogenannte Fluoreszenzangiografie erforderlich. Hierbei wird ein Farbstoff gespritzt, welcher dann im Auge mit einer speziellen Kamera dargestellt und dokumentiert werden kann.

Welche Therapie ist möglich?

Die nachfolgende Aufstellung soll nur einen Überblick liefern und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir besprechen Ihre Situation individuell mit Ihnen:

Die diabetische Katarakt wird mit einer  Katarakt-Operation behoben.

Die diabetische Makulopathie wird meistens mit einer  fokalen Laserkoagulation behandelt. Häufig wird heute auch eine Injektion von Medikamenten in den Glaskörper eingesetzt (intravitreale Injektion, z. B. mit VEGF-Hemmern oder Kortisonpräparaten), die die Sehschärfe stabilisieren und in manchen Fällen verbessern kann.

Die diabetische Retinopathie wird in der Regel mit einer  panretinalen Laserkoagulation behandelt. Bei weit fortgeschrittener Retinopathie kann eine Glaskörperoperation (Vitrektomie) mit ergänzender Laserkoagulation erforderlich sein. Hier wird jedoch die Therapie individuell von den Operateuren in den Universitätsaugenkliniken bzw. Krankenhäusern festgelegt.

Das diabetische Glaukom wird meist durch eine Verdichtung der vorbestehenden  Laserkoagulation bzw. durch eine Netzhaut-kryokoagulation oder auch Zyklodestruktion behandelt.