SLT – Selektive Lasertrabekuloplastik
Die SLT Lasertherapie
Die Ursache:
Die ständige Produktion des Kammerwassers stellt die Gesundheit der Hornhaut und der Linse sicher. Im gesunden Auge herrscht dabei ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Abfluss. Ist der Abfluss blockiert, steigt der Augeninnendruck an, und es kann ein Offenwinkelglaukom entstehen – mit über 80 % die häufigste Glaukomform.
Das Behandlungsprinzip:
Die SLT arbeitet mit sehr kurzen Laserimpulsen geringer Energie, die gezielt von pigmenthaltigen Zellen im Abflusssystem des Auges (Trabekelwerk) aufgenommen werden. Die dadurch angestoßenen körpereigenen Umbauprozesse können den Abfluss des Kammerwassers verbessern und so den Augeninnendruck senken.
Was ist SLT?
SLT steht für Selektive Lasertrabekuloplastik. Diese Laserbehandlung kann bei bestimmten Glaukomformen (Grüner Star) den Augeninnendruck senken. Sie wird ambulant in unserer Praxis durchgeführt; die eigentliche Laserbehandlung dauert in der Regel nur wenige Minuten.
Wie funktioniert die SLT?
Die grünen Laserimpulse sind sehr kurz (etwa 3 Nanosekunden, also 0,000000003 Sekunden) und niedrig dosiert. Die Energie wird vor allem von den pigmenthaltigen Zellen des Trabekelwerks aufgenommen; das umliegende Gewebe wird dabei weitgehend geschont. Im Anschluss setzen körpereigene Umbauprozesse ein, die den Abfluss des Kammerwassers verbessern können. Bei vielen Patientinnen und Patienten sinkt dadurch der Augeninnendruck.
Ist die SLT – Behandlung schmerzhaft?
Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung mit Augentropfen und wird von den meisten Patientinnen und Patienten als wenig unangenehm empfunden. Wie jeder Eingriff kann auch die SLT Nebenwirkungen haben. Möglich sind zum Beispiel:
- ein vorübergehender Anstieg des Augeninnendrucks in den ersten Stunden nach der Behandlung,
- eine leichte Reizung oder Entzündungsreaktion des Auges mit Rötung, Fremdkörpergefühl oder Lichtempfindlichkeit,
- leichte Schmerzen oder ein Druckgefühl sowie kurzzeitig verschwommenes Sehen.
Diese Beschwerden klingen in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Seltenere Komplikationen besprechen wir vor der Behandlung ausführlich mit Ihnen.
Was passiert während der Behandlung?
Zunächst wird das Auge mit Tropfen örtlich betäubt. Anschließend geben wir die Laserimpulse über ein spezielles Mikroskop ab. Die Laserbehandlung selbst dauert nur wenige Minuten. Danach erhalten Sie gegebenenfalls entzündungshemmende Augentropfen. Ob und in welchem Umfang Ihre bisherigen Glaukomtropfen danach reduziert werden können oder ob eine Operation hinausgezögert werden kann, hängt vom Einzelfall ab. Bitte setzen Sie Ihre Augentropfen nicht eigenständig ab. Wir kontrollieren Ihren Augeninnendruck nach der Behandlung regelmäßig.
Kann die SLT wiederholt werden?
Die SLT schont das Gewebe des Kammerwinkels weitgehend und hinterlässt – anders als die ältere Argon-Lasertrabekuloplastik (ALT) – in der Regel keine Narben. Deshalb ist eine Wiederholung grundsätzlich möglich, etwa wenn die Wirkung nach einiger Zeit nachlässt. Ob eine erneute Behandlung sinnvoll und Erfolg versprechend ist, hängt vom Einzelfall ab – unter anderem davon, wie gut die erste Behandlung gewirkt hat. Das besprechen wir individuell mit Ihnen.
Für wen kommt die SLT infrage?
Eine SLT kann insbesondere dann infrage kommen, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte auf Sie zutreffen. Ob die Behandlung für Sie geeignet ist, klären wir in einer Untersuchung.
- Wenn Sie ein Offenwinkelglaukom, Pseudoexfoliationsglaukom oder Pigmentglaukom haben.
- Wenn Sie Glaukomtropfen nicht vertragen, oder Schwierigkeiten beim Tropfen haben.
- Wenn Sie bereits Glaukomtropfen bekommen, und die SLT zusätzlich kombiniert werden soll.
- Wenn es für Sie schwierig ist, regelmäßige Kontrolluntersuchungen und Behandlungen wahrzunehmen.
- Wenn Sie eine ALT (Argon Laser Trabekuloplastik) Behandlung hatten und der Augendruck wieder angestiegen ist.
Was passiert, wenn die SLT den Augendruck nicht senken kann?
Die SLT senkt den Augeninnendruck laut Europäischer Glaukomgesellschaft im Mittel um etwa 20–25 %; bei rund 80 % der behandelten Augen zeigt sich zunächst eine Wirkung, die mit der Zeit nachlassen kann. In einer großen Studie kamen nach drei Jahren etwa drei von vier Behandelten ohne drucksenkende Augentropfen aus. Mögliche Nebenwirkungen sind ein vorübergehender Druckanstieg und eine leichte Reizung des Auges; die Wirkung wird nach einigen Wochen kontrolliert. Wirkt die SLT bei Ihnen nicht ausreichend, stehen weiterhin drucksenkende Augentropfen sowie operative Verfahren zur Verfügung.
Warum ist es wichtig, den Augendruck zu senken?
Im gesunden Auge herrscht ein Gleichgewicht zwischen der Kammerwasserproduktion und dessen Abfluss. Dies gewährleistet die Versorgung mit Nährstoffen und damit die Gesundheit von Hornhaut und Linse. Ist der Abfluss gestört, steigt der Augeninnendruck an. Dadurch kann der Sehnerv geschädigt werden – es entsteht ein Glaukom. Bereits eingetretene Sehnervschäden lassen sich nicht rückgängig machen. Ziel der Behandlung ist es daher, den Augeninnendruck so weit zu senken, dass ein Fortschreiten der Schädigung möglichst verhindert oder verlangsamt wird.
Der grüne Ring zeigt das Ausmaß der Sehnervschädigung und das Fortschreiten der Glaukomerkrankung an.
Welche alternativen Behandlungsmöglichkeiten gibt es noch?
- Die häufigste Behandlung des Offenwinkelglaukoms sind drucksenkende Augentropfen. Sie wirken bei vielen Patientinnen und Patienten gut, müssen aber dauerhaft und regelmäßig angewendet werden und können – wie jedes Medikament – Nebenwirkungen haben.
- Reichen Tropfen und Laserbehandlung nicht aus, kommen operative Verfahren infrage, bei denen zum Beispiel ein neuer Abflussweg für das Kammerwasser geschaffen wird.
- Die Argon-Lasertrabekuloplastik (ALT) wurde früher häufig eingesetzt; weil sie Narben im Kammerwinkel hinterlassen kann, wird heute meist die SLT bevorzugt.
Quellen
European Glaucoma Society: Terminology and Guidelines for Glaucoma, 5. Aufl. Br J Ophthalmol 2021;105(Suppl 1). PMID 34675001
Gazzard G et al. (LiGHT-Studie). Lancet 2019;393:1505–1516. doi:10.1016/S0140-6736(18)32213-X
IQWiG (gesundheitsinformation.de): Grüner Star (Glaukom), aktualisiert 14.06.2023. www.gesundheitsinformation.de/gruener-star-glaukom.html