AMD – Altersbedingte Makuladegeneration
Was ist die AMD – Altersbedingte Makuladegeneration?
Unter der Altersbedingten Makuladegeneration fasst man eine Gruppe von Schädigungen der Netzhautmitte (Makula) zusammen.
Die Sehsinnesnervenzellen (Stäbchen und Zapfen) stoßen im Laufe des Sehprozesses regelmäßig einen Teil ihrer Zellsubstanz (Teile der Außensegmente) ab. Diese werden von dem darunterliegenden Pigmentepithel aufgenommen, verdaut und abgebaut. Im Laufe des Lebens funktioniert dieser Abbauprozess immer schlechter, so daß Schlackenstoffe (Lipofuszin und Melanolipofuszin) sich in der Zelle anreichern. Wenn die Konzentration dieser Schlackenstoffe zu hoch wird, geht die Pigmentepithelzelle zugrunde und damit die darüberliegenden Sehsinneszellen ebenfalls, da diese mit den Pigmentepithelzellen eine Einheit bilden.
Die makroskopisch sichtbaren Schädigungen teilt der Augenarzt in zwei Gruppen ein:
- die trockene Makuladegeneration
- die feuchte Makuladegeneration
Wie häufig tritt AMD auf?
Durch die zunehmenden Alterung der Bevölkerung kommt es zu einer Zunahme dieser Erkrankungen. Die AMD ist die Hauptursache für eine Erblindung bei Menschen im Alter über 50 Jahren in den Industriestaaten. Die AMD ist in Deutschland die häufigste Ursache für Erblindung und schwere Sehbehinderung: In einer Auswertung von Neuregistrierungen in einem Blindenregister (2000–2008) war sie für etwa die Hälfte der Fälle verantwortlich, gefolgt vom Glaukom (15 %) und diabetischen Augenerkrankungen (10 %).
Woran erkenne ich eine AMD?
Lange Zeit bemerkt der Patient nichts. Die ersten Symptome sind häufig eine verlängerte Sehkrafterholung nach Blendung. Auch kann eine Sehverschlechterung in der Dämmerung ein Zeichen einer Makuladegeneration sein. In der Folge kommt es zur Sehkraftverminderung und Verzerrtsehen (Metamorphopsien) bis hin zur Erblindung.
Mit diesem Simulator können Sie sehen, wie sich die AMD auf Ihr Sehen auswirkt
Wie wird die Diagnose gestellt?
Makroskopisch sieht der Augenarzt mit der Netzhautspiegelung Veränderungen wie Drusen, Pigmentepithel-Verklumpungen, Atrophien uvm. Da diese Veränderung meist im Verlauf langsam zunehmen, ist es ratsam diese fotografisch zu dokumentieren. Besser ist zusätzlich eine Vermessung der Netzhaut vorzunehmen (OCT – Optische Kohärenztomografie). Beides ist eine schmerzfreie Untersuchung.
Welche Therapie ist möglich?
Eine Behandlung, die die trockene Form heilt, gibt es derzeit nicht. Bei Menschen mit einem deutlich erhöhten Risiko für eine späte AMD (z. B. viele große Ablagerungen, sog. Drusen) kann eine bestimmte hochdosierte Vitamin-Mineralstoff-Kombination (AREDS bzw. AREDS-2) das Fortschreiten wahrscheinlich etwas verlangsamen; für Lutein und Zeaxanthin allein ist ein Nutzen nicht belegt. Lutein und Zeaxanthin kommen auch in Gemüse wie Brokkoli, Feldsalat, Grünkohl, Mais und Spinat vor. Ob eine Nahrungsergänzung für Sie sinnvoll ist, besprechen wir mit Ihnen.
Die feuchten Formen werden je nach Klinik und Operateuren unterschiedlich behandelt. Meistens wird heute eine Injektion von Medikamenten in den Glaskörper (intravitreale Injektion), meist mit sogenannten VEGF-Hemmern, durchgeführt, welche oft zur Sehkraftstabilisierung und manchmal sogar zur Visusverbesserung führen. Auch hier gilt: Je früher die Erkrankung erkannt und behandelt wird, desto besser sind in der Regel die Aussichten.
Zur Diagnose werden – je nach Befund – die OCT, gegebenenfalls die OCT-Angiographie und/oder eine Fluoreszenzangiographie eingesetzt. Während der Behandlung sind regelmäßige OCT-Kontrollen üblich; die Abstände richten sich nach dem Krankheitsverlauf und dem Behandlungsschema. Weitere Informationen finden Sie bei der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft und der Retinologischen Gesellschaft.
Quellen
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Solomon SD et al.: Anti-vascular endothelial growth factor for neovascular age-related macular degeneration. Cochrane Database Syst Rev 2019;3:CD005139. PMID 30834517. doi:10.1002/14651858.CD005139.pub4
IQWiG (gesundheitsinformation.de): Altersabhängige Makuladegeneration (AMD), aktualisiert 13.03.2024. www.gesundheitsinformation.de/altersabhaengige-makuladegeneration-amd.html