Diabetes – Vorsorge und Behandlung

Was ist Diabetes?

Unter Diabetes mellitus bezeichnet man eine Gruppe von Stoffwechselerkrankungen. Übersetzt heisst dieses „honigsüßer Durchfluss“, welcher das ursprüngliche Hauptsymptom bezeichnet: Ausscheidung von Zucker im Urin. Am Auge führt der Diabetes mellitus nach Jahren zu verschieden Komplikationen die bis zur Erblindung führen können. Die wichtigsten sind:

Diabetische Netzhauterkrankung

Diese häufige Komplikation führt zu Veränderungen in der Netzhaut, welche meistens mit einer Laserbehandlung beherrscht werden kann. Selten muss ein Patient operativ an ein Krankenhaus oder an eine Universitätsaugenklinik überwiesen werden.

Diabetische Makulopathie

Hierbei kommt es zu einer Beeinträchtigung der Netzhautmitte (Makula). Es kommt zu einer Sehverschlechterung. Wenn diese nicht durch eine Durchblutungsstörung verursacht wird, kann der Augenarzt diese lasern und den weiteren Verfall zumindest aufhalten. Bei einigen Patienten kommt es auch zu einer Verbesserung.

Diabetische Katarakt

Diese relativ harmlose Komplikation führt zur Blendungsempfindlichkeit und Sehverschlechterung und kann durch eine Katarakt-Operation leicht beseitigt werden.

Diabetische Glaukom

Diese in der Praxis seltene, aber ernsthafte Komplikation führt zu einer Augeninnendrucksteigerung, welche oft nur operativ beherrscht werden kann. Meist führt eine fortgeschrittene diabetische Netzhauterkrankung (s.o.) zu dieser Komplikation.

Wie häufig tritt Diabetes auf?

Im Jahr 2006 gab es nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Deutschland acht Millionen Diabetes Erkrankte.

Woran erkenne ich diabetische Erkrankungen am Auge?

Lange Zeit bemerkt der Diabetiker nichts, obwohl für den Augenarzt schon deutliche Veränderungen zu finden sind. Deshalb teilen Sie uns unbedingt mit, ob und seit wann Sie an Diabetes erkrankt sind. In den Spätphasen kommt es zu einer Sehverschlechterung, die dann auch vom Patienten bemerkt wird.

Mit diesem Simulator können Sie sehen, wie sich die Diabetes auf Ihr Sehen auswirkt
http://www.pro-retina.de/simulation/diabetische-retinopathie

Wie wird die Diagnose gestellt?

Wir können mit Standarduntersuchungen fast alle o.g. Augenkomplikationen erkennen. Für die diabetische Retinopathie ist jedoch in der Regel eine medikamentöse Pupillenweitstellung und Augenspiegelung (Ophthalmoskopie) notwendig. Nach der Untersuchung ist der Patient oft etwas geblendet und darf kein Fahrzeug führen bzw. kann nicht seiner geregelten Arbeit nachgehen, da bei jüngeren Patienten das Nahsehen ebenfalls beeinträchtigt ist.

In einigen Fällen muss eine sog. Fluoreszenzangiografie durchführen. Hierbei wird ein Farbstoff gespritzt, welcher dann im Auge mit einer speziellen Kamera dargestellt und dokumentiert werden kann.

Welche Therapie ist möglich?

Die nachfolgende Aufstellung soll nur einen Überblick liefern und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wir besprechen Ihre Situation individuell mit Ihnen:

Die diabetische Katarakt wird mit einer Katarakt-Operation behoben.

Die diabetische Makulopathie wird meistens mit einer fokalen Laserkoagulation behandelt. Neuerdings kann auch eine sog. Intravitreale Injektion mit Ozurdex(R) oder Lucentis(R) die Sehkraft positiv beeinflussen.

Die diabetische Retinopathie wird in der Regel mit einer panretinalen Laserkoagulation behandelt. Bei weit fortgeschrittener Retinopathie, kann eine Glaskörperausschälung (Vitretktomie) mit adjuvanter Laserkoagulation weiterhelfen. Hier wird jedoch die Therapie individuell von den Operateuren in den Universitätsaugenkliniken bzw. Krankenhäusern festgelegt.

Das diabetische Glaukom wird meist durch eine Verdichtung der vorbestehenden Laserkoagulation bzw. durch eine Netzhaut-kryokoagulation oder auch Zyklodestruktion behandelt.