AMD – Altersbedingte Makuladegeneration

Was ist die AMD – Altersbedingte Makuladegeneration?

Unter der Altersbedingten Makuladegeneration fasst man eine Gruppe von Schädigungen der Netzhautmitte (Makula) zusammen.

Die Sehsinnesnervenzellen (Stäbchen und Zapfen) stoßen im Laufe des Sehprozesses regelmäßig einen Teil ihrer Zellsubstanz (Teile der Außensegmente) ab. Diese werden von dem darunterliegenden Pigmentepithel aufgenommen, verdaut und abgebaut. Im Laufe des Lebens funktioniert dieser Abbauprozess immer schlechter, so daß Schlackenstoffe (Lipofuszin und Melanolipofuszin) sich in der Zelle anreichern. Wenn die Konzentration dieser Schlackenstoffe zu hoch wird, geht die Pigmentepithelzelle zugrunde und damit die darüberliegenden Sehsinneszellen ebenfalls, da diese mit den Pigmentepithelzellen eine Einheit bilden.

Die makroskopisch sichtbaren Schädigungen teilt der Augenarzt in zwei Gruppen ein:

  • die trockene Makuladegeneration
  • die feuchte Makuladegeneration

Wie häufig tritt AMD auf?

Durch die zunehmenden Alterung der Bevölkerung kommt es zu einer Zunahme dieser Erkrankungen. Die AMD ist die Hauptursache für eine Erblindung bei Menschen im Alter über 50 Jahren in den Industriestaaten. Sie verursacht 32% der Neuerblindungen, gefolgt vom Glaukom und diabetischen Retinopathie mit je 16% der Neuerblindungen.

Woran erkenne ich eine AMD?

Lange Zeit bemerkt der Patient nichts. Die ersten Symptome sind häufig eine verlängerte Sehkrafterholung nach Blendung. Auch kann eine Sehverschlechterung in der Dämmerung ein Zeichen einer Makuladegeneration sein. In der Folge kommt es zur Sehkraftverminderung und Verzerrtsehen (Metamorphopsien) bis hin zur Erblindung.

Mit diesem Simulator können Sie sehen, wie sich die AMD auf Ihr Sehen auswirkt

http://www.pro-retina.de/simulation/makuladegeneration

Wie wird die Diagnose gestellt?

Makroskopisch sieht der Augenarzt mit der Netzhautspiegelung Veränderungen wie Drusen, Pigmentepithel-Verklumpungen, Atrophien uvm. Da diese Veränderung meist im Verlauf langsam zunehmen, ist es ratsam diese fotografisch zu dokumentieren. Besser ist zusätzlich eine Vermessung der Netzhaut vorzunehmen (OCT – Optische Kohärenztomografie). Beides ist eine schmerzfreie Untersuchung.

Welche Therapie ist möglich?

Die trockenen Formen werden derzeit mit Nahrungsergänzungsmitteln mit Lutein und Zeaxanthin behandelt. Diese kommen auch in folgenden Gemüsen vor: Brokkoli, Feldsalat, Grünkohl, Mais und Spinat. Diese können aber nicht in ausreichenden Mengen über die Ernährung bereitgestellt werden, so dass diese in Tablettenform zusätzlich aufgenommen werden müssen.

Die feuchten Formen werden je nach Klinik und Operateuren unterschiedlich behandelt. Meistens wird heute eine Intravitreale Injektion mit einer der drei Medikamenten (Pegaptanib – Macugen, Ranibizumab – Lucentis und auch Bevacizumab – Avastin) durchgeführt, welche oft zur Sehkraftstabilisierung und manchmal sogar zur Visusverbesserung führen. Auch hier gilt, je früher die Diagnose umso besser die Wirkung der Therapie.

Die Diagnose wird mittels Fluoreszenzangiografie gestellt. Zur Verlaufskontrolle bedarf es nach Empfehlungen der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) und auch der Retinologischen Gesellschaft (RG) der monatlichen Untersuchung mit dem OCT (Optische Kohärenztomografie).